Digital Talk: So gelingt die CO₂-Minderung in der Immobilienwirtschaft

Digital Talk: So gelingt die CO2-Minderung in der Immobilienwirtschaft

Beim ersten Digital Talk von AMPEERS ENERGY ging es um Herausforderungen, Lösungsansätze und die konkrete Praxisbeispiele in der Immobilienbranche.  

6 Min. Lesedauer

 Erschienen am 15.12.2021

AMPEERS ENERGY unterstützt Immobilienunternehmen dabei, die Dekarbonisierung des Portfolios möglichst einfach, eigenständig und profitabel umzusetzen. Im Digital Talk am 10. Dezember sprachen wir mit Unternehmen, die als Macher in der Branche aktiv sind, über ihre Erfahrungen und Tipps, wie dies gelingen kann. Mehr als 170 Zuschauende nahmen an dem Live Stream teil und zeigten mit ihren spannenden Fragen im Chat wie groß das Interesse, aber auch der Informationsbedarf ist.

Teilnehmer waren Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer der Rheinwohnungsbau (RWB) und Markus Metzler, Leiter des Bereichs Energie & Nachhaltigkeit der österreichischen Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) sowie Bernd Beierkuhnlein, verantwortlich für strategisches Innovationsmanagement der GC Gruppe. Sie zeigten in konkreten Praxisbeispielen, wie sie aus notwendigen Maßnahmen zur Dekarbonisierung CO2-Minderungsprojekte mit Rendite gestalten. Durch das Gespräch führte Dr. Jörg Kruhl, CMO bei AMPEERS ENERGY.

Der Einsatz von Sektorenkopplung in wiederholbaren und skalierbaren Projekten sind der Schlüssel für eine profitable Dekarbonisierung.

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Danke, dass Sie dabei waren

Wir bedanken uns bei Thomas Hummelsbeck, Markus Metzler und Bernd Beierkuhnlein, dass Sie offen und mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen diskutiert haben. Wir freuen uns, dass dem Thema CO2-Minderung in der Immobilienwirtschaft eine angebrachte Brisanz beigemessen wurde. Das Gespräch hat gezeigt, wie viel Unterstützung und kluge Ideen jetzt gefragt sind.

Sie möchten sich weiterunterhalten? Schreiben Sie uns: info@ampeersenergy.de 

 

Neue Geschäftsmodelle machen Klimaschutz für Immobilienunternehmen attraktiv

Neue Geschäftsmodelle machen Klimaschutz für Immobilienunternehmen attraktiv

6 Min. Lesedauer

von Dr. Jörg Kruhl, CMO AMPEERS ENERGY 
Erschienen am 06.12.2021

Jetzt ist es an der Zeit für Immobilienunternehmen zu handeln, um auf den Zielpfad Klimaneutralität 2045 zu gelangen. Das haben Sie sicher auch wie viele andere Unternehmen erkannt und planen, die CO2-Emissionen ihrer Liegenschaften zu reduzieren.

Doch die niedrige Sanierungsrate bei den Mehrfamilienhäusern von 1 % spiegelt den Tatendrang keineswegs wider. Wie kommt es also, dass sich zahlreiche Wohnungsunternehmen in ihren Sanierungsmaßnahmen nach wie vor zurückhalten?

Die meisten haben Bedenken, dass die Methoden, die sie anwenden, unwirtschaftlich sind. Nicht ganz unberechtigt: Fassadendämmung kann, als Beispiel, eine Amortisationszeit von mehr als 20 Jahren aufweisen.

Immobilienunternehmen investieren oft große Beträge in die Sanierung, die sich später aber nicht auszahlen. Anreize für eine attraktive Modernisierung ihres Gebäudebestandes scheinen zu fehlen. Viele Unternehmen fragen sich daher, wie sie notwendige Investitionen so umsetzen können, dass sich eine tragfähige Rendite einstellt.

Dabei ist der wirtschaftliche Rahmen, in dem sie sich bewegen können, viel breiter als nur der Blick auf die Investitionen in Dämmung und neue Heizungsanlagen.

Vorsicht vor kommenden Kostensteigerungen

Auf der einen Seite ist davon auszugehen, dass Vermieter an den Kosten aus der Bepreisung von CO2-Emissionen beteiligt werden. Bis 2026 werden die CO2-Preise auf 55 bis 65 Euro je Tonne ansteigen und langfristig muss gar mit deutlich höheren CO2-Preisen gerechnet werden. Die CO2-Emissionen werden damit zu einem relevanten Kostenfaktor, der voraussichtlich erheblich ansteigt. Entsprechend wächst der Handlungsdruck.

Immobilienunternehmen müssen auf der anderen Seite von Lieferengpässen für das Material und fehlendem Fachpersonal ausgehen. So kommt es, aufgrund der weltweit hohen Nachfrage, beispielsweise bei Photovoltaikmodulen zu längeren Lieferzeiten und zu steigenden Preisen. Die Situation kann sich noch weiter verschärfen, je mehr Unternehmen sanieren.

Für Immobilienunternehmen bedeutet dies, dass sowohl die Kosten für Ihre CO2-Emissionen steigen als auch die Preise für energetische Sanierungen. Im Vorteil sind also die Unternehmen, die heute mit der Umsetzung starten und die Emissionen in ihrem Bestand frühzeitig reduzieren.

Klimaschutz als Geschäftsmodell, nicht als Kostenfaktor begreifen

Wenn CO2-Emissionen Ihre Kosten zusätzlich in die Höhe treiben, lohnt es sich langfristig die Frage zu stellen, nicht nur wann, sondern wie saniert werden kann. Wie können Klimaschutzmaßnahmen wirtschaftlich sein?

Die Antwort ist die Integrierte Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien für die Strom-, Wärmeversorgung und MobilitätBereits ab einem CO2-Preis von 25 EUR/t liegt dieser Ansatz wirtschaftlich im Vorteil, im Vergleich zur einzelnen Betrachtung der Verbrauchssektoren.

Für die Immobilienwirtschaft wird diese ganzheitliche Betrachtungsweise der Energieerzeugung und -nutzung zu einem neuen Geschäftsfeld. Sie kann Erträge auf mehreren Wegen erwirtschaften: Ob sie Strom an die Mieter verkaufen (Mieterstrom), Strom ins Netz einspeisen und Erlöse erzielen, oder günstigen Strom für die Wärmepumpe und für Ladesäulen nutzen. Hinzu kommen Einsparungen oder Erlöse durch ein intelligentes Energiemanagement, die dem Versorger der Liegenschaft zugutekommen.

So wird die Energieversorgung ihrer Liegenschaften zu einem neuen, rentablen Geschäftsfeld. Immobilienunternehmen übernehmen die vollständige Energieversorgung der Gebäude, von der Erzeugung, über die Beschaffung von Reststrommengen, bis zur Vermarktung von Strom, Wärme und Mobilität. Damit werden die Investitionen in die Sanierung oder die intelligente Steuerung im Neubau zum Business Case.

Mit dieser neuen Rolle profitieren Vermieter als Investor von ihren Maßnahmen zur CO2-Minderung und das bisher hemmende Mieter-Investoren-Dilemma löst sich auf.

 

Klimaschutz wird profitabel – mit erneuerbaren Energien und Sektorenkopplung

Klimaschutz wird profitabel – mit erneuerbaren Energien und Sektorenkopplung

6 Min. Lesedauer

von Dr. Jörg Kruhl, CMO AMPEERS ENERGY 
Erschienen am 19.11.2021

Es ist ein sehr ambitioniertes Ziel, den Gebäudebestand bis 2045 zu dekarbonisieren. Mindestens so ambitioniert ist es, bereits 2030 die Zielmarke von nahezu 50% Reduktion zu erreichen. Beim Blick auf die bisherigen Ansätze scheint dies kaum erreichbar zu sein. Dennoch steht die Wohnungswirtschaft hinter dem Ziel und setzt sich dafür ein, diese zu erreichen. Die Umsetzung muss jedoch wirtschaftlich und sehr effektiv möglich sein. Denn die Zeit drängt, und die Ressourcen zur Umsetzung sind begrenzt. Der folgende Beitrag zeigt einen Lösungsansatz auf Basis einer integrierten Betrachtung von Erneuerbaren Energien, Strom, Wärme und Mobilität.

 

Nutzung Erneuerbare Energien als wichtigste Voraussetzung 

Erneuerbare Energien sind die wichtigste Grundlage für eine klimaneutrale Energieversorgung und für einen klimaneutralen Gebäudebestand. Sie ermöglichen eine wirtschaftliche Reduzierung der CO2-Emissionen von Gebäuden, ohne Mehrkosten für Mieter zu verursachen – im Gegenteil.

Gebäude bieten beispielsweise mit ihren Dachflächen ein großes Potential für die Erzeugung von Strom mit Photovoltaikanlagen. Die Autoren des Handbuch Klimaschutz gehen, nach einer Untersuchung von verschiedenen Quellen, von einem Potential von 200 GW installierter Leistung an Photovoltaikanlagen aus. Hinzu können noch 100 GW Photovoltaik an Fassaden kommen. Bis heute sind in Deutschland insgesamt 58 GW installiert.

Eine Volleinspeisung des Stroms in das Verteilnetz, wie sie in den vergangenen Jahren die Regel war, ist bereits heute nicht mehr sinnvoll. Sie sorgt zwar insgesamt für einen sauberen Strommix, ist aber, angesichts der weiter sinkenden Einspeisevergütung, nicht mehr wirtschaftlich. Sie trägt zudem auch nicht zur Dekarbonisierung der einzelnen Liegenschaft bei. Vielmehr sollte die preiswert erzeugte, CO2-freie Energie eingesetzt werden, um den teureren Bezug aus dem öffentlichen Netz zu substituieren. Denn der Schlüssel für Emissionsminderung und Wirtschaftlichkeit der Versorgung liegt in der Maximierung des Eigenverbrauchs lokal erzeugter erneuerbarer Energie.

Um den lokal erzeugten Strom – ob aus PV oder KWK – möglichst optimal zu nutzen, ist ein integrierter Ansatz notwendig, der das Angebot und den Bedarf in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität gemeinsam betrachtet („Sektorenkopplung“). Denn im Regelfall können vom erzeugten Solarstrom – je nach Randbedingungen in der Liegenschaft – nur 30-50 % durch elektrische Anwendungen verbraucht werden. Durch den Einsatz von elektrischen Wärmepumpen, kann ein erheblicher Teil des verbleibenden Solarstroms zur regenerativen Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Ähnlich verhält es sich mit der Elektromobilität. Die Einbeziehung dieser Verbrauchsarten bietet die Möglichkeit zur Speicherung CO2-freier Energie, sowie Potentiale im Lastmanagement durch eine Flexibilität des Beladens und Entladens, wodurch die Kosten weiter reduziert werden können.

So entstehen für die Immobilienbranche neue Geschäftsmodelle mit Mieterstrom, Energieeinsparung und E-Ladesäulen, die ermöglichen die CO2-Minderung profitabel zu gestalten.  

 

Gemeinsame Planung der Sektoren für eine optimale Nutzung  

Dieser integrierte Ansatz muss aber bereits in der Konzeptentwicklung eines Modernisierungsprojektes oder eines Neubaus berücksichtigt werden. Dann entdecken Immobilienunternehmen das Potential dieser Betrachtungsweise und der Wirtschaftlichkeit, die sich daraus ergibt. Gut informiert können sie die richtigen Entscheidungen treffen.

Diese Planung erfordert geeignete Tools, z.B. eine Softwarelösung, die sämtliche technischen und wirtschaftlichen Parameter berücksichtigen und die Liegenschaft im optimierten Betriebsmodus simulieren kann. Mit der Hilfe solcher Softwarelösungen können Planer die integrierten Lösungen entwickeln, Anlagen dimensionieren und später den Betrieb mit Überwachungen und Abrechnungen optimiert durchführen.

Diese Tools ermöglichen zudem die Entwicklung von standardisierten Konzepten, die einfach und in einer hohen Geschwindigkeit umsetzbar sind. Konzepte für einzelne Liegenschaften ermöglichen eine Blaupause für integrierte Lösungen, um sie bei weiteren Gebäuden und Quartieren im Portfolio wiederholen zu können und nicht jedes Projekt zu einem Unikat zu machen. Nur so kann die Dekarbonisierung des Gebäudesektors in der notwendigen Geschwindigkeit erreicht werden. Immerhin sprechen wir von einer Verdrei- oder gar Vervierfachung der Modernisierungsrate gegenüber heute.  

  

Betrieb optimieren und Potentiale nutzen 

Über die Planung und Realisierung hinaus ist es natürlich wichtig den laufenden Betrieb des integrierten Systems kontinuierlich zu optimieren, um dann in der Realität tatsächlich den Eigenverbrauch zu maximieren und die Lasten von Erzeugung und Verbrauch zu steuern.  

Zur Optimierung des Betriebs einer sektorenübergreifenden Energieversorgung gehört insbesondere die tägliche Prognose der zu erwartenden Stromerzeugung aus einer Photovoltaikanlage, aber auch der Charakteristik des Bedarfs von Verbrauchern wie E-Fahrzeugen. Sie ermöglicht dann die Einsatzplanung von steuerbaren Verbrauchern, wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen. Das traditionelle Energiemonitoring, z.B. gemäß ISO 50 001, wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht.  

 

Lösungen für eine schnelle Dekarbonisierung sind vorhanden 

Geeignete Softwarelösungen helfen also, den Immobilienbestand und Neubauten klimafreundlich und wirtschaftlich zu planen und zu betreiben. Wichtig ist das Zusammenspiel aller Verbraucher und Erzeuger, um die CO2-freien und preiswerten Energiemengen in der Liegenschaft optimal nutzen zu können. Der Schlüssel sind intelligente, Sektoren übergreifende Steuerungssysteme. 

Solche Lösungen sind vorhanden und helfen in wiederholbaren, standardisierten Lösungen, die Konzepte in die Praxis umzusetzen.

Immobilienwirtschaft muss mit deutlich verschärften Anforderungen rechnen

Klimaschutz Verschärfung in der EU

Immobilienwirtschaft muss mit deutlich verschärften Anforderungen rechnen

6 Min. Lesedauer

von Dr. Jörg Kruhl, CMO AMPEERS ENERGY 
Erschienen am 29.10.2021

Europäische und nationale Klimaziele sind inzwischen klar ausgerichtet auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die gesetzlichen Regelungen sind es bislang noch nicht. Ihnen fehlt noch die Ausrichtung auf konkrete Ziele. Das wird sich in der nächsten Zeit ändern. Denn nur mit verschärften Anforderungen kann der Gebäudesektor die angestrebten Ziele überhaupt erreichen.

In diesem Artikel zeigen wir die europäischen und nationalen gesetzlichen Regelungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Emissionen im Gebäudesektor auf. Wir zeigen welche Regelungen sich ändern, mit deren Hilfe die Klimaziele im Gebäudesektor erreicht werden sollen.

Alles geht von Europa aus

Von der Europäischen Union gibt es diverse Richtlinien im Energiebereich, die unter anderem die Energieeffizienz von Gebäuden und den Ausbau der erneuerbaren Energien regeln. Die Mitgliedsstaaten müssen diese Richtlinien in nationales Recht umsetzen.

Die größte Bedeutung hat die Gebäude-Energieeffizienz-Richtlinie, auf Englisch: Energy Performance of Buildings Directive (EPBD). Sie setzt den Rahmen für effiziente Gebäude und einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050. Aus dieser Richtlinie stammt die Grundlage für den Energieausweis, der Käufer:innen und Mieter:innen über Energieverbrauch und –kosten informiert. Auch die Anforderung an den Neubau von Gebäuden, die nahezu keine externen Energiequellen mehr benötigen (Nearly-Zero-Energy-Buildings) stammt aus dieser Richtlinie.

Ebenfalls relevant ist die Energieeffizienz-Richtlinie der EU, auf Englisch: Energy Efficiency Directive (EED). Sie regelt die erforderlichen Einsparungen im Energieverbrauch. Zu ihren Zielen gehört u. a. die Schaffung von Transparenz für Verbraucher:innen über ihren Energieverbrauch, damit sie ihr Verhalten entsprechend anpassen. Bewohner:innen von Mehrfamilienhäusern haben damit zukünftig den Anspruch auf regelmäßige Informationen über ihren Energieverbrauch.

Mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie, auf Englisch: Renewable Energy Directive (RED) setzt die EU den rechtlichen Rahmen zur Umsetzung verbindlicher Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der EU. Bisher ist eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch bis 2030 auf 32 Prozent geplant.

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Nationale Regelungen in Deutschland

Alle diese europäischen Regelungen müssen innerhalb fester Zeitvorgaben in der nationalen Gesetzgebung umgesetzt sein. Die deutschen Gesetze und Verordnungen verfolgen neben der Umsetzung der europäischen Vorgaben aber auch eigene Zielsetzungen, die teilweise darüber hinaus gehen. Denn national gibt es mittlerweile einen klaren Pfad zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors bis 2045. Alleine bis Ende 2030 müssen die Emissionen des Immobiliensektors von 118 Millionen Tonnen, Stand 2020, auf 67 Millionen Tonnen runter.

Die Anforderungen an die Energieeffizienz und den Einsatz von erneuerbaren Energien bei Gebäuden regelt in Deutschland das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es begrenzt vor allem den Energiebedarf von Neubauten, die Ansprüche haben sich jedoch seit 2016 nicht mehr verändert. Von Neubauten, deren Energiebedarf radikal reduziert wird, ist im GEG bisher noch keine Rede. Auch bei Bestandsgebäuden gibt es bislang noch keine Anforderungen an den Energiebedarf. Nur Heizungen müssen spätestens nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Das GEG reicht somit in der heutigen Form bei weitem nicht aus, um den Gebäudesektor auf Klimakurs zu bringen.

Ein wichtiges Element, das auch in der politischen Diskussion auf der Agenda ganz oben steht, ist das EEG. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG hat für einen deutlichen Schub beim Ausbau der erneuerbaren Energien gesorgt. Es trat noch vor der ersten europäischen Richtlinie in Kraft und regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien sowie die feste Einspeisevergütung für diesen Strom. Seit einigen Jahren enthält es spezielle Regelungen für Förderung und Nutzung von Solarstrom in Mehrfamilienhäusern. Auch für das EEG ist eine Änderung zu erwarten, die sicher im Zusammenhang mit den oben genannten ergänzenden Gesetzen zu entscheiden ist.

Bevorstehende Änderungen sind nötig für ambitionierte Klimaziele

Im Sommer 2021 hat die EU-Kommission schon angedeutet auf welchem anspruchsvollen Pfad sich die EU begeben wird,, als sie das Paket “Fit for 55” vorgestellt hat. Denn mit der Erhöhung des Klimaziels für 2030 auf 55 Prozent werden sämtliche Richtlinien überarbeitet. Sie erhalten eine klare Anpassung an das Ziel für 2030 und die Klimaneutralität 2050.

Infolgedessen wird es verschärfte Anforderungen an Gebäude geben. Dazu gehören zum Beispiel Mindestanforderungen an Bestandsgebäude, um Bewegung in den Sanierungsmarkt zu bringen. Dies ist nötig, um die heutige Sanierungsrate von rd. 1 % jährlich auf die nötigen 3 bis 4 % anzuheben.

Die EU wird einen eigenen Emissionshandel für die Sektoren Gebäude und Verkehr einrichten. Was das für das bereits geltende Brennstoffemissionshandelsgesetz bedeutet, ist noch unklar. Erneuerbare Energien sollen für die Energieversorgung von Gebäuden einen höheren Mindestanteil übernehmen.

Diese Änderungen auf der europäischen Ebene treffen in Deutschland also auf ein Gebäudeenergiegesetz, das keine zwei Jahre nach dem Inkrafttreten in 2022 dringend überarbeitet werden muss. Es wird notwendig sein Neubauten bereits beute auf einen klimaneutralen Gebäudebestand in 2045 auszurichten. Es wird auch notwendige Mindestanforderungen für den Energiebedarf von Bestandsgebäuden enthalten müssen, denn ohne den Bestand erreichen wir nicht die erforderlichen Fortschritte bei der Emissionsreduzierung im Gebäudesektor.

Ein weiterer politischer Diskussionspunkt ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), mit dem Wärme- und Verkehrssektor seit Januar 2021 in den Emissinsrechtehandel einbezogen werden. Bislang tragen ausschließlich die Mieter die Kosten für die CO2-Bepreisung nach dem (BEHG). Auch hier sind Änderungen wahrscheinlich, , denn um eine Lenkungswirkung für Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen zu erzielen wird diskutiert, dass Eigentümer in Zukunft je nach Sanierungsstand eines Gebäudes Teile dieser Kosten mit tragen sollen. Und hier sind beachtliche Beträge zu erwarten. Bis 2026 steht der Preiskorridor für Emissionen aus den Bereichen Gebäude und Verkehr fest. Für die Zeit danach werden marktwirtschaftlich gebildete Preis erwartet, die mit Blick auf die hohen Minderungsziele beachtlich steigen können. Experten gehen in einer Studie für das Bundesumweltministerium davon aus, dass der CO2-Preis 2030 bei 125 Euro und 2040 bei 275 Euro pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid liegen könnte.

Und schließlich werden neben den Anforderungen an den Verbrauch von Gebäuden auch Regelungen auf den Weg gebracht, die ein direktes Investment in Klimaschutzmaßnahmen erfordern: Anforderungen an die Installation und Nutzung von erneuerbaren Energien in Gebäuden. Der Mindestanteil von erneuerbaren Energien zur Deckung des Energiebedarfs, von bisher 15 %, wird sicher deutlich angehoben. Denn für klimaneutrale Gebäude brauchen wir viel mehr erneuerbare Energien in Gebäuden. Hinzu kommt eine bundesweite Diskussion über die Solarpflicht. Einige Bundesländer haben bereits den Anfang gemacht, in Baden-Württemberg gilt sie bereits ab Mai 2022 für neue Wohngebäude. Ab 2023 folgen Berlin und Hamburg. In praktisch allen Bundesländern sind Regelungen in Vorbereitung.

Mit all diesen zuvor genannten Änderungen kommt in der nächsten Zeit einiges auf Immobilienunternehmen zu. Diese Verschärfungen scheinen notwendig, um die hoch gesteckten Klimaziele zu erreichen und die Energiewende im Immobiliensektor deutlich zu beschleunigen. Für die Unternehmen muss es nun darum gehen, geeignete Strategien zu entwickeln, um die resultierenden Maßnahmen in möglichst profitablen Projekten umzusetzen.

Klimaziele setzen Immobilienwirtschaft unter Druck und bieten neue Chancen

Klimaziele setzen Immobilienwirtschaft unter Druck und bieten neue Chancen

Darum lohnt es sich für die Immobilienwirtschaft frühzeitig zu handeln.

8 Min. Lesedauer

Erschienen am 15.10.2021

Klimaziele waren lange Zeit abstrakt und weit weg. Doch konkrete Zahlen für die zulässigen Emissionen in 2030 und die angestrebte Klimaneutralität in 2045 rücken sie in greifbare Nähe. Durch neue Maßnahmen, wie die CO-Bepreisung im Gebäudesektor wächst der Handlungsdruck bei Immobilienunternehmen. Gleichzeitig bieten sich ihnen neue Geschäftsmodelle mit innovativen Technologien, die helfen dieses Problem zu lösen.   

In diesem Artikel zeigen wir die höheren Klimaziele im Gebäudesektor und wie sie den Druck erhöhen. Wir zeigen auch welche Chancen sich für Wohnungsunternehmen aus diesen neuen Anforderungen ergeben.  

Höhere Ziele für Klimaschutz im Gebäudesektor 

Im April 2021 hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass der bisherige Zielpfad zur Reduzierung der CO-Emissionen im Klimaschutzgesetz von 2019 nicht ausreichend ist, um die Interessen der künftigen Generationen zu schützen. Damit musste die Bundesregierung die Reduktionsziele anpassen und das Klimaschutzgesetz überarbeiten.  

Nun strebt Deutschland in der neuen Fassung die Klimaneutralität bereits im Jahr 2045 an. Auf dem Weg dahin sollen bis 2030 die Emissionen um 65 Prozent und bis 2040 um 88 Prozent reduziert werden, beides im Vergleich zu 1990.  

Für den Gebäudesektor, der als einziger Sektor das Ziel für 2020 nicht erreicht hat, ergibt sich daraus ein neuer Zielpfad mit der Reduzierung der CO-Emissionen auf 67 Millionen Tonnen im Jahr 2030. Ausgangspunkt sind die 120 Millionen Tonnen aus 2020, wovon 87 Millionen Tonnen auf Wohngebäude entfallen. Bis 2045 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral sein. 

Wirtschaftlicher Druck durch steigenden CO-Preis 

Beim verschärften Klimaziel wird es sicher nicht bleiben. Eine Reihe von Maßnahmen werden folgen, damit alle Sektoren ihren Beitrag zu diesem Ziel leisten. Zu diesen Instrumenten gehört der CO-Preis für Emissionen aus den Bereichen Gebäude und Verkehr – geregelt im Brennstoffemissionshandelsgesetz BEHG. Diese Bepreisung von CO-Emissionen wurde mit Beginn 2021 eingeführt, liegt derzeit bei 25 EUR je Tonne CO₂ und steigt bis 2025 schrittweise auf 55 EUR je Tonne CO2 an: 

Ab 2026 wird der Preis über Versteigerungen innerhalb eines festen Korridors ermittelt. Der Korridor liegt im ersten Jahr zwischen 55 und 65 EUR je Tonne CO. Da der aktuell geplante Preis noch vor der neuen Fassung des Klimaschutzgesetzes festgelegt wurde, ist zu erwarten, dass der Korridor nach oben korrigiert wird. Das Umweltbundesamt schätzt die Kosten des gesamten Schadens, der 2030 durch eine Tonne CO₂ verursacht wird auf 180 EUR. Andere Länder, wie zum Beispiel Schweden greifen bereits härter durch und veranschlagen 2021 schon einen Preis von 110 EUR je Tonne CO 

Diese Kosten müssen aktuell noch allein durch die Mieter getragen werden. Doch das wird nicht dauerhaft so bleiben, denn die Mieter haben nur einen begrenzten Einfluss auf die Anlagentechnik und somit auf die Emissionen der Gebäude. Sie können nur über die Raumtemperatur den Energieverbrauch beeinflussen. Es muss vielmehr damit gerechnet werden, dass die neue Bundesregierung eine Aufteilung der Kosten zwischen Mieter und Vermieter beschließen wird, um diejenigen die die Modernisierung beeinflussen können mit in die wirtschaftliche Pflicht zu nehmen.   

Eine bereits erzielte Einigung zur Teilung der Kosten kam in der Bundesregierung doch nicht zustande, da die Union dagegen stimmte, um Vermieter nicht zusätzlich zu belasten. 

Kosten für Sanierungen werden steigen

Im Segment Mietwohnen liegt die Sanierungsquote in Deutschland derzeit bei 1 %, müsste aber bei mind. 4 % liegen, um alle 3,2 Mio. Mehrfamilienhäuser bis 2045 sanieren zu können und die Klimaziele zu erreichen. 

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Wer heute Sanierungsmaßnahmen startet, mit dem Blick auf die angestrebte Klimaneutralität, hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen reduzieren sich die künftigen CO-Kompensationskosten. Zum anderen muss man sich keine Gedanken über den steilen Kostenanstieg für die Sanierungsmaßnahmen machen.   

Wenn die Entwicklung mit der derzeit niedrigen Sanierungsquote weiter anhält, besteht die Gefahr, dass in wenigen Jahren viele Unternehmen gleichzeitig mit der Erhöhung ihrer Sanierungsquote beginnen. Schon heute gibt es bei vielen Baumaterialien Lieferengpässe, bei steigender Nachfrage kann sich das Problem vergrößern. Hinzu kommt ein großer Fachkräftemangel im Handwerk. 

Immobilienunternehmen müssen mit steigenden Kosten rechnen, sowohl durch die CO-Bepreisung als auch für zukünftige Sanierungen. Je länger sie warten, umso mehr steigen die Kosten. 

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Chancen ergreifen und neue Möglichkeiten nutzen

Der politische und wirtschaftliche Druck auf die Immobilienwirtschaft wächst. Doch es muss viel investiert werden und in der Vergangenheit haben Sanierungen oft nicht den gewünschten Erfolg gebracht.  

Die Immobilienwirtschaft hat dafür heute zahlreiche Chancen. Neue Geschäftsmodelle auf Basis erneuerbarer Energien können dazu beitragen, dass die Sanierungen ein wirtschaftlicher Erfolg werden.  

Die Digitalisierung ermöglicht in diesem Zusammenhang den Energieverbrauch von Wohngebäuden zu erfassen und zu optimieren. Sie bietet auch eine hilfreiche Unterstützung zur optimalen Abstimmung einer lokalen Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien auf den Energiebedarf für Strom, Wärme und Mobilität. 

Mieterstrom bietet die Möglichkeit der Stromvermarktung an die eigenen Mieter, sodass eine höhere Vergütung als im Fall einer Volleinspeisung erzielt werden kann.   

Zudem kann der Strom aus lokalen Photovoltaikanlagen für Wärmepumpen in der Wärmeversorgung genutzt werden. Die Wärme lässt sich, falls notwendig, im Baukörper oder in einem Pufferspeicher zwischenspeichern.  

Die Einrichtung von Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge ermöglicht es ebenfalls zusätzliche Umsätze zu erwirtschaften. Mit zunehmender Verbreitung von Elektroautos wird dieses Angebot wichtiger und für die Betreiber gewinnt es wirtschaftlich an Bedeutung.   

Solche neuen Betriebsmodelle sind für die Immobilienwirtschaft mittlerweile möglich. Denn mit einer Neuregelung im Gewerbesteuergesetz dürfen sie jetzt Einnahmen aus dem Verkauf von Strom aus erneuerbaren Energien oder aus dem Betrieb von Ladestationen erzielen. Sofern diese Einnahmen die Grenze von 10 % der Miet- und Pachteinnahmen nicht übersteigen, bleibt das Gewerbesteuerprivileg bestehen.  

 

Jetzt aktiv werden lohnt sich für die Immobilienwirtschaft

Die Immobilienwirtschaft hat schon heute viele Chancen, Sanierungen zum Erfolg zu führen und den Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand zu bestreiten. Sie muss jetzt aktiv werden und nicht erst abwarten was passiert. Sonst wird es teurer, der CO-Preis für fossile Brennstoffe und die Sanierungskosten werden ansteigen. Neue Geschäftsmodelle auf der Basis erneuerbarer Energien bieten bereits heute Chancen für attraktive Renditen. 

AMPEERS ENERGY Team Event 2021

AMPEERS ENERGY Team Event 2021: Intelligentes Quartier auf 2x2 Metern

Innerhalb eines Tages haben wir gemeinsam als Team ein intelligent gesteuertes Quartier aufgebaut: vom Hoch- und Tiefbau bis zur Software. Die Idee: Ein holistisches Verständnis für unser Wirken gewinnen. Das Resümee: Wir hatten fast vergessen, was man mit viel Spaß in der persönlichen Zusammenarbeit erreichen kann.

3 Min. Lesedauer

von Julia Buchterkirchen, Marketing Managerin

erschienen am 20. August 2021 

Getestet und geimpft haben wir letzte Woche in München unsere Köpfe über Modellwelten und Schaltkreisen zusammengesteckt. Es wurde fleißig gekleistert, gelötet, gecodet. Die Challenge: Innerhalb eines Tages ein intelligent gesteuertes Quartier umsetzen – hands-on, auf 2×2 Metern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 

Team Tief- und Hochbau: Kleinteilige Quartiersumsetzung

 

Team Elektrotechnik: PV, Wasserstoff, Widerstände

 

Team Software: IoT und smarte Algorithmen

 

Das Große Ganze: Holistisches Arbeiten

 

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Fotos: © FRAME BY FRAME
 
 

LAVA ENERGY – vom Wärme-Contractor zum Quartiersversorger

LAVA ENERGY – der Weg vom Wärme-Contractor zum Quartiersversorger

… und was das mit AMPEERS ENERGY zu tun hat 

5 Min. Lesedauer

von Julia Buchterkirchen, Autorin
Erschienen am 03.05.2021

Wir sprachen mit Marcus Lehmann darüber, wie er als Gründer und Geschäftsführer von LAVA ENERGY ein ganzheitliches Energieeffizienzunternehmen für Immobilien aufgebaut hat. Jeder Schritt war eine Antwort auf gesetzliche Entwicklungen. Nun schaut er auf Nachhaltigkeit als zukunftsweisendes Geschäftsmodell. Dies und wie er sich in diesem Vorhaben für AMPEERS ENERGY entschieden hat, erfährst du im folgenden Beitrag.

Gründung im Richtungswechsel der Energiepolitik

Fukushima liegt noch nicht lange zurück. Der Abgesang auf die Atomkraft und fossile Energie rückt zunehmend in das Visier der Politik. Es ist 2013 als Marcus Lehmann in der Rolle des Geschäftsführers und Gesellschafters der Minol-Zenner Gruppe den Bereich der Immobilienwirtschaft Deutschland verantwortet und sich fragt, wie die Gebäudewirtschaft die energetische Transformation bewältigen könne. Daraufhin gründet er LAVA ENERGY.

Da er sich über die Jahre umfassende Energie-Expertise angeeignet hat, sieht er in seiner Fragestellung eine Chance. „Da will ich versuchen zu helfen, dachte ich. Ich kam ja aus dem Zählerwesen und hatte seitens Minol Erfahrung in der Abrechnung von Heizungsanlagen. So verfolgte ich mit LAVA ENERGY den Ansatz, sich um das Versorgungssystem und die Effizienz desselbigen zu kümmern,” erzählt Lehmann heute.

Ganzheitliche Energieversorgung als Geschäftsmodell

LAVA ENERGY ist inzwischen als ein typischer Versorger von Gebäuden, vordergründig von Quartieren bekannt. Unter dem Begriff Versorgung versteht das Unternehmen die Bündelung aller Energieformen wie Wärme, Kälte, Elektrizität sowie die digitale Datenkommunikation, die in ein Quartier eingehen. LAVA ENERGY fungiert in diesem Kontext als Wärme-Contractor und Energielieferant. Dazu gehört ebenfalls der Betrieb der erforderlichen Infrastruktur sowie die gebäude- und medienübergreifende Sicherstellung der Versorgung in der eigentlichen Betriebsphase. Mit inbegriffen: Themen wie die Einbindung der Elektromobilitätsinfrastrukturen – mit Lademanagement und/oder ergänzenden Mobilitätsservices wie Carsharing. Darin liegt das Differenzierungsmerkmal von LAVA ENERGY.

“Zwar liegt unser Fokus auf der Sicherstellung eines effizienten, wirtschaftlichen und störungsfreien Betriebs der Versorgungsanlagen eines Quartiers, allerdings versuchen wir bereits möglichst frühzeitig in der Planungs- und Projektierungsphase, unsere Konzepte bei den Projektentwicklern und Fachplanern zu platzieren,” sagt Lehmann.

Vielfach werden Versorgungsvereinbarungen über 15 oder gar 20 Jahre geschlossen. Für Lehmann sei es daher wichtig, mit den Kunden von Anbeginn eine Vertrauensbasis geschaffen zu haben, um diese über Projekte hinweg zu entwickeln. LAVA ENERGY bietet daher die ganzheitliche Versorgung einzelner Projekte, wie Quartiere, aber perspektivisch auch für das gesamte Portfolio der Kunden.

Eben diese Ganzheitlichkeit des Geschäftsmodells trägt den Geist der Energiewende, die unabwendbar in der Immobilienwirtschaft angekommen ist. Was sich zunächst im Zuge der Gesetzesänderungen ergeben hat, entwickelt sich zunehmend effizienzgetrieben.

Vom Wärme-Contracting in das Mieterstrom-Geschäft

Es ist schon einige Jahre her, als LAVA ENERGY als erfolgreicher Energiedienstleister in das Wärmeliefergeschäft einsteigt. Mit der Novellierung des Mietrechts im Jahr 2012 ist es erstmals möglich, Bestandsliegenschaften von der bisherigen Eigenversorgung auf gewerbliche Wärmelieferung umzustellen. Aufgrund der hohen Expertise baute sich LAVA eine führende Rolle bei der Modernisierung von Bestandsanalagen als Contractor auf.

In das Mieterstromgeschäft einzusteigen, hat ebenfalls gesetzliche Treiber. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz in Baden-Württemberg verpflichtet Eigentümer bestehender Wohngebäude im Rahmen eines Heizungsanlagentausches 10% beziehungsweise 15%, erneuerbare Energien einzusetzen. Die Immobilienwirtschaft fühlt sich schnell überfordert, die nötigen erneuerbaren Energien einzubringen. „Die Möglichkeit, den Anteil an Erneuerbaren über PV abzubilden, erweist sich bei Mehrfamilienhäusern aufgrund des geringen Dachflächenanteils in der Praxis oft schwierig. So kamen wir schnell zum Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen,” so Lehmann.

Aufgrund diverser gesetzlicher Regularien ist die Volleinspeisung des vor Ort erzeugten Stroms wirtschaftlich kaum darstellbar. Daraus entspringt bei LAVA ENERGY sehr schnell die Idee, den Strom möglichst im Gebäude zu verbrauchen, was zur Konsequenz hat, in Mehrfamilienhäusern auch geeignete Mieterstromlösungen mitanzubieten. So gelangt LAVA ENERGY im Jahr 2014 zu seiner ersten Mieterstromlösung – über ein BHKW.

Outsourcing-Frage bei Gebäudeautomation und Energiemanagement

LAVA ENERGY erkennt die Mieterstrom-Projektierung als ein wichtiges Thema – aber auch, dass die Bewirtschaftung eine gewisse Herausforderung darstellt, die sich nicht einfach mit bestehenden Systemen lösen lässt.

„Beim Thema Energieversorgung begibt man sich vielfach in Neuland, und das ist auch unser Vorgehen:  Unser Versorgungskonzept wird sukzessive um neue Komplexitätsstufen erweitert: Erst das BHKW, gefolgt von PV-Anlagen, später die ersten Projekte mit Kälteversorgung bzw. Solarthermie. Sobald man eine Technologie beherrscht, gehen wir in größere Projekte und skalieren das dann in der Folge. So war das auch beim Mieterstrom”, sagt Lehmann.

„Wir haben damit begonnen, die ersten Anlagen in Excel abzurechnen, was auch eine Weile gut funktioniert hat. Doch je mehr Anlagen und Projekte dazugekommen sind, desto mehr sind wir nach und nach an Grenzen gestoßen. Beispielsweise waren neue Mitarbeiter kaum noch in das ‚System‘ einzuarbeiten. Eine neue, stabile und vor allem skalierbare Lösung musste her.

AMPEERS ENERGY als flexible Software-Lösung

“Nach einer eingehenden Marktrecherche haben wir uns für AMPEERS ENERGY entschieden, weil wir für unseren Bereich Mieterstrom eine Buchhaltungslösung gesucht haben, die insbesondere die kaufmännischen Prozesse sauber abbildet. Wir benötigten speziell die Funktionen Kundenverwaltung und -abrechnung – und die haben wir in den Modullösungen von AMPEERS ENERGY gefunden. Zählerauslesung und -management erfolgen weiter über das LAVA-eigene EMS und sind mit AMPEERS ENERGY zum Austausch der Zählerstände und Verbrauchsdaten verknüpft. Überhaupt ist bemerkenswert, welch hohe Kompetenz das Team von AMPEERS ENERGY bei der Abbildung flexibler Schnittstellen an unsere verschiedenen Systeme mit in das Projekt gebracht hat. Bei AMPEERS ENERGY fühlen wir uns bis heute bestens aufgehoben,” sagt Lehmann.

Gemeinsame energetische Modernisierung der Bestandsquartiere

Seither operieren LAVA ENERGY und AMPEERS ENERY bei Quartiersentwicklungen zunehmend gemeinsam. Dass dies gut funktioniert, hat sich bereits bei kleineren Projekten von LAVA ENERGY bewiesen, die das Unternehmen über die Jahre erweitert hat. Nun sind aus den Bestandsobjekten Bestandsquartiere geworden.  Nach Lehmann gehe es dabei vielfach um dezentral versorgte Quartiere mit 300-400 Wohnungen, oft mit Gebäuden aus den 60er, 70er Jahren, die energetisch in die Jahre gekommen sind.

Aus diesem Beherrschen auch komplexerer Projekte im Bestand hat sich LAVA ENERGY in den letzten Jahren verstärkt auch auf Projektentwicklungen des Neubaus fokussiert. Dort sei ihr ganzheitlicher Versorgungsansatz nicht mehr wegzudenken, so Lehmann. Sein Ziel sei es, die Vorteile einer dezentralen Versorgung zu nutzen, um gleichzeitig eine hohe Eigenverbrauchsquote unter Einsatz erneuerbarer Energien zu generieren. Die Immobilienwirtschaft würde hierbei auch perspektivisch eine qualifizierte Unterstützung benötigen: „Ich bin absolut positiv gestimmt, dass Quartiere ohne ein fundiertes Expertenwissen nicht mehr einfach entwickelt und später bewirtschaftet werden können. Unsere Kunden wissen es zu schätzen, mit LAVA ENERGY einen zuverlässigen Partner über den gesamten Planungs- und Lebenszyklus der Gebäude an ihrer Seite zu haben.

Es geht ja nicht mehr nur darum, eine Heizungsanlage betreiben zu können. Es geht um kombinierte Systeme, die ein ausgeklügeltes Energiemanagementsystem erfordern. Und das muss zunächst entwickelt und in der Folge auch beherrscht und bedient werden können. Und hier gibt es massive Wissenslücken nicht nur im Einzelfall, sondern auch in der Breite. Erst mit der richtigen Fokussierung und Spezialisierung, kann man den Projektentwicklern und Verwaltern tatsächlich nachhaltige Lösungen bieten.”

Spannendes Geschäftsfeld

Im Jahr 2021 begreift LAVA große Immobilienprojekte mit komplexen Energie- und Wärme-Strukturen als ein spannendes Geschäftsfeld. Lange Investitionszyklen im Immobiliensektor sorgen dafür, dass sich der Druck, jetzt auch ökologisch zu handeln, erhöht. Nachhaltige Investments bringen zwangsläufig nachhaltige Versorgungslösungen mit sich.

Lehmann verdeutlicht, LAVA ENERGY sei effizienzgetrieben. Alle Investitionen, die sie tätigen, sollen sich möglichst über die Effizienzgewinne amortisieren ­– und da sei man mit einem Partner wie AMPEERS ENERGY auf dem richtigen Weg.

Zwar sollen verschiedene gesetzliche Regelungen neue Impulse zur energetischen Modernisierung geben – allein die zunehmend relevante CO2-Bepreisung wird aber einen massiven Druck auslösen. Lehmann prognostiziert, in 2025 sei man mit 55€ pro Tonne bereits in solch signifikanten Bereichen, die Versorger und Gebäudeeigentümer zu Versorgungslösungen auf Basis erneuerbarer Energien lenken werde. Doch der eigentliche Treiber ist der gesellschaftliche und politische Handlungsdruck.

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich massiv verändert. Den Anfang machten Greta und FridaysForFuture. Darauf folgte der Green Deal. Schlussendlich übe jetzt der Zwang zur Dekarbonisierung des gesamten Kontinents, in den nächsten 30 Jahren einen derart massiven Druck nicht nur auf die Länder, sondern auf alle Sektoren und damit auch der Immobilienwirtschaft aus. „Die Assetklasse Immobilie hat ohne eine eindeutige und bekennende ESG-Strategie keine Zukunft“, sagt Marcus Lehmann.

Wie die Dekarbonisierung der Immobilienbranche profitabel erfolgen kann

Rheinwohnungsbau GmbH

Wie die Dekarbonisierung der Immobilienbranche profitabel erfolgen kann

Ein Praxisbeispiel mit unserem Kunden Rheinwohnungsbau GmbH

5 Min. Lesedauer

von Nils Neuneier-Quak, Autor
Erschienen am 29.04.2021

Rund 40 Prozent der CO2-Emissionen kommen aus dem Immobiliensektor. Daher überrascht es wenig, dass auch diese Branche in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Energiepolitik geraten ist und nun Antworten auf regulative Neuerungen liefern muss. Diese Änderungen müssen aber auf Betreiberseite nicht zwangsläufig zu mehr Aufwand und höheren Kosten führen. Viel mehr besteht hier auch eine große Chance, die Profitabilität von Liegenschaften zu steigern. Im Folgenden erläutern wir kurz, wie das geht.

Wenn es um die konkrete Umsetzung der Energiewende im Immobiliensektor geht, bleiben momentan noch viele Potenziale ungenutzt. Das hängt häufig damit zusammen, dass viele Betreiber eine entsprechende Umsetzung bislang noch als zu unwirtschaftlich betrachten. Das muss aber nicht so sein. AMPEERS ENERGY hat zahlreiche Software-as-a-Service-Lösungen entwickelt, um mit intelligenten Energiemanagementsystemen einen einfachen und kosteneffektiven Betrieb zu realisieren. Die Tools reichen von der Planung bis hin zum Betrieb ganzer Quartiere. Ziel dabei ist es, Immobilieneigentümern die Werkzeuge und Grundlagen an die Hand zu geben, um ihre Prozesse zu vereinfachen und Kosten einzusparen beziehungsweise zusätzliche Erlöse zu erzielen. Um das ideale Energiekonzept für die jeweilige Immobilie zu entwickeln, helfen die beiden softwarebasierten Beratungslösungen AE Potential Assessor und AE Business Simulator dabei quantitativ zu ermitteln wie man dezentrale Energien etwa durch PV, Batterien oder Wasserstoff einfach und profitabel in das Immobilienfeld einbettet: So wird deutlich, welchen Beitrag die jeweilige Technologie zur Reduktion der CO2-Emissionen leistet und welche Geschäftsmodelle sich daraus für das gesamte Portfolio sowie die einzelnen Liegenschaften ergeben. In diesem Kontext ist vor allem wichtig, die Chancen der Sektorenkopplung zu nutzen. Denn die Lösungen von AMPEERS ENERGY erlauben es, die einzelnen Technologien wie PV-Produktion, Wärmeversorgung oder E-Mobilität nicht isoliert, sondern als Teil eines großen Ganzen zu sehen und ganzheitlich zu optimieren. Im Ergebnis hat ein Immobilienunternehmen auf diese Weise eine robuste Entscheidungsbasis für Investitionen und die Renditechancen in einer Liegenschaft.

Reality Check

Aber wie sieht das in der Praxis aus? Diese Frage hat sich auch kürzlich die Rheinwohnungsbau GmbH gestellt. Knapp 6.000 Wohnungen im Raum Düsseldorf, Duisburg, Meerbusch und Berlin umfasst das Portfolio des Unternehmens. Der eigene „CO2-Fußabdruck“ liegt momentan bei etwas unter 24 kg/m2 Wohnfläche im Jahr. Das Ziel des Pariser Klimaabkommens sieht jedoch einen Fußabdruck von 6-12 kg CO2 vor. Viele Maßnahmen wie energetische Sanierung oder Neubau hat die Rheinwohnungsbau bereits umgesetzt, auch weitere Maßnahmen stehen für die Zukunft auf dem Programm. Dennoch lag das Ergebnis noch nicht nah genug am gewünschten Sollwert. Ziel des Unternehmens ist es, den aktuellen CO2-Ausstoß um etwa 30 Prozent bis 2030 zu senken. Mit dieser Herausforderung ist das Düsseldorfer Unternehmen 2020 an AMPEERS ENERGY herangetreten.  

Die große Herausforderung bei der Planung von Modernisierungsmaßnahmen für Immobilien besteht darin, dass die einzelnen Planungsbereiche wie etwa für Strom- oder Wärmeversorgung üblicherweise nicht gemeinsam betrachtet werden. Jedes einzelne Planungsgewerk versucht für seinen Bereich einen möglichst sicheren Betrieb mit entsprechenden Puffern zu garantieren. Das hat zwei Konsequenzen. Zum einen werden so Überkapazitäten geschaffen, die im Regelfall gar nicht ausgenutzt werden. Zum anderen bietet diese Verbindung von Strom, Wärme, Mobilität genau den Angriffspunkt, an dem die Lösungen von AMPEERS ENERGY den Betrieb optimieren können. Denn die Möglichkeiten zum Lastmanagement oder zur Steigerung des Eigenverbrauchs, haben großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit und sollten stärker berücksichtigt werden. Daher steht bei unseren Lösungen ein ganzheitlicher Blick auf die Energieversorgung der Immobilien im Mittelpunkt – und zwar nicht nur über verschiedene Sektoren hinweg, sondern auch Immobilienübergreifend innerhalb eines Quartiers. Das Ziel dabei ist es, den optimalen Betriebspunkt über alle Sektoren und Anlagen der Immobilie hinweg zu finden. Denn so können nicht nur CO2-Emissionen, sondern auch Kosten gespart werden.

Die optimalen Startbedingungen für das Quartier

Um eine gesamtheitliche Strategie zu entwickeln und daraus Sweet Spots für die Quartiersenergieversorgung zu finden, kommen mit dem AE Potential Assessor und dem Business AE Simulator die softwarebasierten Beratungs- und Analyse-Tools von AMPEERS ENERGY zum Einsatz. Die Analyse half in diesem Fall dabei, die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die technische Ausgangssituation im Quartier Duisburg Ungelsheim zu analysieren und daraus entsprechende Handlungsoptionen abzuleiten, wie etwa die Identifikation realisierbarer Geschäftsmodelle oder etwaige, notwendige technische Modernisierungsmaßnahmen und deren Auslegung. Generell fließen in diese Analyse Daten aus unterschiedlichen Kategorien ein:

• Mess- und Verteilkonzept

• Lokale Erzeugungsanlagen

• Steuerbare Lasten

• Verbrauch und Nutzungsarten

• Bestehende Versorgungvereinbarungen

• Bisherige Art der Betriebsführung

• Langfristige Verträge wie z.B. Contracting

Sollte es zu einzelnen Punkten keine Daten geben, so kann der AE Business Simulator auf einen großen Stamm historischer Daten zurückgreifen und entsprechende synthetische Daten modellieren.

Die richtige Strategie für das Energiemanagement

In einem zweiten Schritt werden innerhalb dieses Handlungsrahmens mit dem AE Business Simulator Szenarien entwickelt und simuliert, unter denen sich das Quartier sowohl mit möglichst hoher Kosteneffektivität als auch mit ökologischem Fokus betreiben lässt. Der AE Business Simulator ermöglicht es, die einzelnen Szenarien für ein ganzes Jahr zu berechnen und dabei auch langfristige Entwicklungen wie verstärkte E-Mobilität abzubilden – eine gute Grundlage für langfristige Investitionsentscheidungen. Er zeigt auf, wie der optimierte Betrieb gestaltet werden kann. Das Ziel ist es, eine wirtschaftlich optimierte Energieversorgung über Sektorengrenzen hinweg zu entwickeln. Dies umfasst die Modellierung der perfekt dimensionierten Anlagentechnik und optimierten Betriebsführung sowie eine Wirtschaftlichkeitsprüfung auf die kommenden 20 Jahre. Die resultierende Netto-Cash-Flow-Betrachtung ermöglicht auch eine Sensitivitätsanalyse unter welchen Randbedingungen und ab wann bereits im Vorfeld planbare Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Die Ergebnisse, die sich aus den beiden Beratungstools AE Potential Assessor und AE Business Simulator gewinnen lassen, zeigen die unterschiedlichen Handlungsoptionen für Immobilieninhaber und -betreiber. Diese Optionen beziehen sich nicht nur auf die integrierte technische Betrachtung, sondern auch auf die umsetzbaren Geschäftsmodelle. Gerade in Bezug auf Mieterstrom Angebote oder auch eine intelligente Energieoptimierung auf Quartiersebene, greifen unterschiedliche Konzepte ineinander und erzeugen weitere Synergie-Effekte. Lösungen wie ein Energiemanagementsystem auf Quartiersebene wie der AE District Manager lassen sich problemlos mit der Mieterstrom-Software AE Local Supplier kombinieren und bieten so ein Plus, das größer ist als die Summe der einzelnen Teile.

Schließlich bieten die Resultate der Analyse der Rheinwohnungsbau eine fundierte Grundlage, um gezielt Geschäfts- und Investitionsentscheidungen zu treffen. Sanierungsmaßnahmen oder Zubau lassen sich auf dieser Basis evaluieren, umsetzen und in das bestehende Portfolio integrieren. Das so von AMPEERS ENERGY geschnürte Rundum-Sorglos-Paket sichert das Unternehmen für den aktuellen und zukünftig Betrieb der Immobilien ab und macht die Umsetzung der Dekarbonisierung nicht nur möglich, sondern sogar profitabel.

„Butter bei die Fische“

Aber was bedeutet das nun konkret in Zahlen ausgedrückt? Während der Analyse mit dem AE Business Simulator wurden drei Szenarien für den Immobilienkomplex modelliert. Dabei lag ein Fokus auf der Integration lokal erzeugter Energien mittels Speicher: Hier wurden einmal eine Variante mit dem regulären Wärmespeicher von 700 Litern, einmal eine Variante mit einem größer dimensionierten Wärmespeicher von 1000 Litern und ein Modell mit einer Batterie mit 20 kWh Energieinhalt durchgespielt. In die Analyse flossen zudem noch die Überlegungen mit ein, inwieweit man das Nahwärmenetz einbinden kann und welchen Beitrag Mieterstromkonzepte leisten können. Auch die Kosten der energetischen Sanierung fanden Eingang in die Überlegungen.

Die Analyse der Immobilien und der lokalen PV-Erzeugung, die sich zwischen 8 und 12,5 MWh jährlich bewegt, ergab, dass die Erzeugungskapazität vor Ort groß genug ist, um die Wärmepumpen zu betreiben und so große Teile des Bedarfs aus lokaler Energie zu decken.  Dank des AE Local Suppliers kann die Rheinwohnungsbau eine maximale Nutzung des CO2-freien Stroms auch durch attraktive Energieangebote an ihre Mieter sicher stellen.  

Nach rund acht Wochen ist die Analysephase abgeschlossen. Nun gehen Rheinwohnungsbau und AMPEERS ENERGY daran, die anvisierten Schritte umzusetzen.

Juristische Fragestellungen der Immobilienwirtschaft bei Mieterstromprojekten – AE Green Future Podcast

Wie kann die Immobilienbranche Chancen aus Mieterstromprojekten nutzen?
Einfach Podcast hören.

In der Pilotfolge unseres neuen Green Future Podcasts „Einfach dezentral“ wird beleuchtet, wie man als Immobilienunternehmen Mieterstromprojekte einfach und profitabel umsetzen kann. Unser Gründer Karsten Schmidt diskutiert mit Peter Mussaeus, Energierechtsanwalt und Partner bei PwC Legal in Düsseldorf, über die juristischen Fragestellungen des Themas.

27 Min. Hördauer

5 Min. Lesedauer

von Dr. Karsten Schmidt und Peter Mussaeus,
Erschienen am 08.09.2020

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Wie wir Ihnen unsere Softwarelösungen bereitstellen? – Schnell und einfach!

Wie wir Ihnen unsere Softwarelösungen bereitstellen?
– Schnell und einfach!

Intuitives Vorgehen und Kundenorientierung begeistert unsere Kunden und Partner.

5 Min. Lesedauer

5 Min. Lesedauer

von Dr. Karsten Schmidt, Autor
Erschienen am 21.08.2020

von Dr. Karsten Schmidt, Autor
Erschienen am 21.08.2020

Viele Kunden haben grundsätzlich eine gewisse Skepsis bezüglich neuer Software.
Genauer gesagt, sie haben Angst davor, dass erneuerbare Energiekonzepte nur realisiert werden können, indem ihre bisherigen Bestandssysteme durch neue, komplexe Softwaresysteme ersetzt werden. Vor ihrem inneren Auge spielen sich Schreckensszenarien von monatelang andauernden Implementierungsprojekten und Chaos in den Bestandssystemen ab.

Im nachfolgenden Beitrag wollen wir, am Beispiel unseres AE Local Supplier, diese Bedenken ausräumen. In aller Kürze erläutern wir, wie unser Produkt bereits nach 8 Wochen voll funktionsfähig für Sie bereitsteht. Die Vorzüge unserer Softwarelösungen liegen nicht nur in der intuitiven Bedienbarkeit, sondern auch in der einfachen Einbindung und Inbetriebnahme.

Für unsere Kunden bedeutet das im Klartext:

• Keine aufwendigen Implementierungsprozesse

• Kein zwangsläufiger Ersatz von Bestandssystemen

• Kein großer Abstimmungsaufwand, da wir den Großteil der notwendigen Aufgaben für die Inbetriebnahme übernehmen

Unsere Software macht es einfach, erneuerbare Energiekonzepte zu realisieren. Und dank der für Sie stressfreien Integration in etwaig bestehende Systeme ist die Software auch schnellstmöglich einsatzfähig.

Um zu zeigen, wie genau der Onboarding-Prozess neuer Kunden nach Vertragsabschluss abläuft und wie die Software bereitgestellt wird, beantworten wir nachfolgend die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema der Implementierung.

1. Wie ist der Ablauf der Implementierung?

Nach Vertragsabschluss setzen wir Hand in Hand mit dem Kunden einen Projektplan auf. Dieser ist beim AE Local Supplier weitgehend standardisiert und verläuft in vier Phasen.

1. Die Initialisierung
Im Starttermin (der in Coronazeiten auch problemlos digital stattfinden kann) erläutern wir allen Beteiligten das komplette Projekt in einem Workshop. Wir finalisieren den Projektplan und klären ab, wann das Produkt startbereit sein soll und welche konkreten Schritte dahingehend noch bearbeitet werden müssen. In der Regel dauert dieser Workshop ca. 2 Stunden.

Anschließend spezifizieren wir je nach Kundenanforderungen den Umfang, der von uns erbrachten Leistung. Einerseits richten wir uns dabei nach der gegebenen Infrastruktur (z. B. „Welches Buchhaltungssystem ist im Einsatz?“ oder „Wie sehen die Datenpfade aus?“ etc.) bzw. andererseits nach dem optimalen Leistungsumfang für den Kunden (z.B. „Gibt es ein funktionierendes Buchhaltungssystem?“ oder „Soll die Buchhaltung über unser softwareinternes Abrechnungssystem erfolgen?“). Letztendlich wird individuell abgestimmt, welchen Leistungsumfang der AE Local Supplier bereitstellen soll, da dieser durch seinen modularen Aufbau entsprechend angepasst werden kann.
Der besprochene Leistungsumfang wird in einem schmalen Pflichtenheft dokumentiert.

2. Die Umsetzung

Dann geht es bereits an die Umsetzung der kundenspezifischen Schnittstellen und der Templates. Unter anderem werden CI, Logo und Textbausteine in (Mieterstrom-)Rechnungen, Kündigungen, Lieferbestätigungen und andere Kundendokumente integriert, sodass unsere Vorlagen in Schrift, Form und Farbe an den jeweiligen Kunden angepasst sind.

3. Die Datenmigration
Im dritten Schritt setzen wir einen Kundenmandanten in unserem System auf, sodass der Kunde seinen eigenen Workspace in unserer Software hat. Gegebenenfalls werden Daten aus vorhandenen Mieterstromprojekten in unsere Software migriert. Im Standardfall werden Formate, sogenannte Wechsellisten, ausgefüllt, die dann den Datenexport (Kundenanlage, Tarife, Zähler von Kunden bzw. Erzeugern) aus bisherigen Systemen oder Excellisten in den AE Local Supplier gewährleisten. Der Kunde kann nun natürlich auch neue Kundenanlagen, sowie sämtliche weitere Daten (z.B. Kunden und Tarife) direkt im AE Local Supplier anlegen und bearbeiten.
Nach der Erstbeladung des Systems können dann auch die Schnittstellen, die in Phase 2 umgesetzt wurden, getestet werden.

4. GO-LIVE
Nach der finalen Phase kann die Software als Cloudanwendung vollständig vom Kunden genutzt werden. In einem abschließenden Schulungstermin werden alle Nutzer durch die kundenspezifische Software geführt. Dank der einfachen Bedienoberfläche und den intuitiven Handlungsabläufen geht das sehr schnell und bietet Gelegenheit letzte Fragen zu klären.

B. Wie lange dauert der Prozess, bzw. wie viele gemeinsame Workshops gibt es?

Zwischen dem Starttermin und der Bereitstellung eines funktionsfähigen Systems vergehen aufgrund der notwendigen Abstimmungen ca. acht Wochen. Die tatsächlichen Arbeiten können auch in kürzerer Zeit geleistet werden, doch da von Woche zu Woche verschiedene Daten von Kundenseite bereitgestellt werden müssen, geben 8 Wochen einen guten Richtwert für einen effizienten, zügigen Ablauf.

Es gibt zwei Workshops, am Anfang und am Ende dieser zwei Monate. Danach hat der geschulte Kunde ein funktionsfähiges System – bereit zur täglichen Benutzung.

C. Wie sieht die Begleitung durch Ampeers Energy im anfänglichen Betrieb aus?

Während der Implementierungsphase stehen wir im wöchentlichen Austausch, um die nächsten Arbeitsschritte zu koordinieren. Nach der Bereitstellung und dem GO-LIVE unserer Software sind wir nicht mehr in die täglichen Prozesse involviert. Die Arbeit mit der Software ist nach den Workshops einfach und selbsterklärend, sodass auch kein Bedarf an unserer fortwährenden Mithilfe besteht.
Kunden aus der Immobilienwirtschaft, die zum ersten Mal Mieterstromprojekte umsetzen, begleiten wir bei Bedarf anfangs auch für einen längeren Zeitraum, um als energiewirtschaftliche Experten beratend zur Seite zu stehen. Aufgrund der energiewirtschaftlichen Kompetenz, die in unserer Software steckt, sind aber auch Energie-unerfahrene Kunden bald sicher im täglichen Umgang.

Selbstverständlich stehen wir allen Kunden für Fragen und Support über unsere Hotline zur Verfügung. An unserer Softwarelösungen arbeiten wir auch mit Fraunhofer stetig weiter und lassen neueste Erkenntnisse des Energiemarktes einfließen, um den neuesten Stand der Technik zu gewährleisten und die aktuellen Anforderungen des Marktes zu erfüllen.

D. Wer ist im Unternehmen mit einzubinden?

Für die Umsetzung des Projektes ist es sinnvoll einen energiewirtschaftlichen Experten, der die Mieterstromprojekte bewirtschaftet, sowie einen Kundenmanager aus der Buchhaltung einzubinden. Je nachdem, wie die Schnittstellen gestaltet werden, ist auch ein Mitarbeiter der IT-Abteilung in den Workshops einzubinden.

Darüber hinaus empfehlen wir auf Kundenseite einen Projektmanager zu installieren, der während der Implementierungsphase intern alle Beteiligten im Unternehmen zusammenführt bzw. koordiniert.

E. Was ist mit den Bestandsdaten?

Für den Fall, dass der Kunde bereits Mieterstromprojekte realisiert, überführen wir diese Bestandsdaten in unser System. Wie schnell diese Migration umgesetzt werden kann, hängt von der Datenqualität ab. Bei der Übertragung in unsere Software offenbaren sich manchmal Datenschiefstände (z.B. aufgrund manuell geführter Excellisten), die nach Rücksprache ausgeräumt werden müssen.

Für den Fall, dass bislang keine Mieterstromprojekte existieren, können neue Projekte direkt im AE Local Supplier angelegt werden. Auch wenn noch keine Mieterstromverträge abgeschlossen wurden, können z.B. bereits Zählerdaten der Immobilie erfasst werden.

F. Was ist mit den Bestandssystemen? Wie sehen die Schnittstellen aus?

Es ist unser Leitgedanke, dass wir funktionierende Bestandssysteme nicht ersetzen, sondern eine einfache Lösung, quasi ein Plug-in, für die Umsetzung neuer Mieterstromprojekte bieten. Grundsätzlich können wir dazu alle Bestandssysteme (meist CRM-/ ERP-Systeme) in unser Energiedatenmanagement einbinden. Der Austausch von Daten erfolgt über eine dateibasierte CSV-Schnittstelle oder eine REST-API.

Wenn der Kunde also mit seinem bestehenden Bestandssystem zur Stammdatenverwaltung beziehungsweise zur Buchhaltung und Abrechnung zufrieden ist, können wir über die Schnittstellen alle relevanten Daten ziehen, ohne dieses System zu beeinträchtigen.

Alternativ kann, wenn keine Bestandssysteme vorhanden sind, das gesamte Mieterstromprojekt im AE Local Supplier angelegt und dort gemanagt werden.

Ebenso ist es möglich, dass man auch funktionierende Teilaspekte der bestehenden Systeme nutzt und so z.B. die Abrechnung noch über das bewährte ERP-System laufen lässt. Man wägt zusammen ab, was die Bestandssysteme bereits erfolgreich abdecken und dann wird individuell der Leistungsumfang des AE Local Supplier angepasst.

G. Kundenfeedback

Um zu verdeutlichen, dass dies keine leeren Versprechungen sind, sondern die Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit in Implementierung und Anwendung unsere Kunden begeistern, möchten wir Herrn Malte Künzer von Solarimo für uns sprechen lassen und hoffen, dass wir auch Sie bald selbst von unserem Team und unseren Softwarelösungen überzeugen können.

Malte Künzer, Mitgründer, Managing Director bei der Solarimo GmbH

“Die Implementierung des Local Supplier in unsere Systeme war ein wirklich klarer und angenehmer Prozess. Es ging zügig voran und auch im Prozess selbst ging AMPEERS ENERGY auf unsere Anforderungen mit ein.
Das Ergebnis spricht für sich – die Software ist nutzerfreundlich und das alltägliche Arbeiten mit Mieterstrom wird uns enorm erleichtert.“

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