AMPEERS ENERGY digitalisiert Mieterstromangebot bei Isarwatt

AMPEERS ENERGY digitalisiert Mieterstromangebot
bei Isarwatt

AMPEERS ENERGY hat das Mieterstromangebot der Münchner Genossenschaft Isarwatt auf ein neues digitales Fundament gestellt: Die Software-Lösung des SaaS-Spezialisten optimiert nicht nur komplexe Abrechnungsprozesse, sondern stellt auch die Skalierbarkeit des Angebots und damit das zukünftige Wachstum von Isarwatt sicher.

4 Min. Lesedauer

von AMPEERS ENERGY, München, 24. Mai 2022

Vom Dach oder Keller direkt in die Haushalte: Mieterstrom wird dort erzeugt, wo Mieterinnen und Mieter leben. Dank der emissionsfreien Produktion durch Photovoltaik-Anlagen und des hohen Brennstoffnutzungsgrades von Blockheizkraftwerken leisten Bewohnerinnen und Bewohner einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Aktuell profitieren 1.500 Wohneinheiten vom fairen Stromtarif des Energiewende-Start-ups Isarwatt, der zehn Prozent günstiger ist als der lokale Grundversorger.

So einfach das Prinzip Mieterstrom klingt, so komplex sind die Prozesse dahinter. Verbrauchsdaten müssen hundert Prozent verlässlich sein, Abrechnungen innerhalb kurzer Zeit erstellt und dabei zahlreiche energiewirtschaftliche Anforderungen erfüllt werden. Wächst die Anzahl der Zählpunkte, steigt auch die Komplexität. Insbesondere der hohe manuelle Aufwand gestaltete sich in der Vergangenheit als Herausforderung für Isarwatt. Zudem lief die Abrechnung über einen externen Dienstleister, was eine reaktionsschnelle, nahtlose Betreuung der Endkundinnen und -kunden erschwerte.

Mit der Software AE LOCAL SUPPLIER hat AMPEERS ENERGY die Prozesse hinter Isarwatts Mieterstromangebot nun erfolgreich digitalisiert. Als SaaS-Lösung (Software as a Service) ist sie schneller einsetzbar, flexibler und besser skalierbar als eine klassische Software. Vom Management der Energiedaten über die automatisierte Abrechnung bis zum energiewirtschaftlichen Reporting verfügt Isarwatt ab sofort über die volle Kontrolle, um effizient und wirtschaftlich zu agieren.

Was einst langwierig, aufwendig und fehleranfällig war, hat dank AE LOCAL SUPPLIER an Geschwindigkeit und Verlässlichkeit gewonnen: Die Jahresabrechnungen der 1.500 Endkundinnen und -kunden lassen sich in wenigen Schritten und innerhalb weniger Wochen erstellen.

Alle digitalen Prozesse sind dabei skalierbar, was eine wichtige Voraussetzung für Isarwatt war: „Wir wollen die Energiewende weiter voranbringen und wachsen, dabei in einer agilen, skalierbaren Software-Umgebung arbeiten, die das Wachstum mittragen kann. Gerade für Neubau-Projekte im Quartierskontext heißt das, Energie-, Mobilitäts- und Sharing-Lösungen miteinander zu vernetzen. Dafür haben wir mit AMPEERS ENERGY und vielen gemeinsamen Zielen, die uns verbinden, den perfekten Partner gefunden”, so Claudia Maier, Geschäftsleiterin von Isarwatt.

Erfahren Sie mehr in unserer Case Study.

Über Isarwatt

Die Isarwatt eG ist Münchens führender Mieterstromanbieter. Die Genossenschaft wurde 2017 von sechs Wohnungsunternehmen gegründet und zählt mittlerweile 21 Mitgliedsunternehmen. In ihrem Bestand sind 1.500 Wohneinheiten in und um München. Isarwatt strebt eine dezentrale Energieversorgung an, die nahezu CO2-frei, lokal, unabhängig und günstiger gegenüber dem Tarif des Grundversorgers ist.  

Über AMPEERS ENERGY

AMPEERS ENERGY ermöglicht der Immobilienwirtschaft schon heute eine klimaneutrale und profitable Energieversorgung ihrer Gebäude. Mit seinen Software-Lösungen und der Einbindung von Service-Partnern senkt das Spin-off der Fraunhofer Gesellschaft CO2-Emissionen um mehr als 90 Prozent. Das Leistungsangebot umfasst dabei den gesamten Prozess von der Analyse der Optimierungspotenziale, der Umsetzungsbegleitung bis hin zum profitablen Betrieb und der Abrechnung von Mieterstrom. Damit schafft AMPEERS ENERGY die Grundlage um klimaneutrale Gebäudebestände und trägt zur Bekämpfung des Klimawandels bei.

Pressekontakt

Julia Buchterkirchen
Marketing Managerin
j.buchterkirchen@ampeersenergy.de
+49 (0) 89-215 367 986

Folgendes Bildmaterial können Sie gerne im Rahmen der Berichterstattung verwenden. Bitte geben Sie bei Verwendung das Copyright von Isarwatt an: © Isarwatt eG

Neues Whitepaper von AMPEERS ENERGY zeigt: Immobilienwirtschaft kann CO2-Minderung heute schon profitabel erreichen​

Neues Whitepaper von AMPEERS ENERGY zeigt: Immobilienwirtschaft kann CO2-Minderung heute schon profitabel erreichen

Der Immobiliensektor konnte in Deutschland seine Emissionen in den vergangenen 10 Jahren nicht wesentlich senken. Nun muss er diese bis 2030 nahezu halbieren. Wie kann das gelingen? AMPEERS ENERGY beschreibt in einem kostenlosen Whitepaper die Lösungen und formuliert sechs Thesen für einen klimaneutralen Gebäudebestand. In diesem Whitepaper zeigt AMPEERS ENERGY, wie Immobilienunternehmen schon jetzt die CO₂-Emissionen ihrer Gebäude um 90 % senken und dabei sogar attraktive Renditen auf ihr Investment erzielen können.

3 Min. Lesedauer

von AMPEERS ENERGY, München, 28. März 2022

Die Immobilienwirtschaft kann heute schon mit erneuerbaren Energien ihre CO2-Emissionen um 90 % reduzieren und dabei Renditen von bis zu 10 % erwirtschaften.

    • Der Immobiliensektor steht vor der historischen Herausforderung die CO2-Emissionen in weniger als zehn Jahren fast zu halbieren und bis 2045 klimaneutral zu werden.
    • Mit erneuerbaren Energien, Sektorenkopplung und neuen Geschäftsmodellen kann in Liegenschaften eine CO2-Minderung von 90 % sogar profitabel erreicht werden.
    • Das Whitepaper von AMPEERS ENERGY beschreibt Lösungen und zeigt Beispiele für die schnelle und skalierbare Dekarbonisierung der Branche.
Foto: © RWB

Immobilienunternehmen können einen großen Beitrag zur Reduzierung ihrer CO2-Emissionen leisten, indem sie Strom aus erneuerbaren Energien lokal erzeugen und in Gebäuden oder ganzen Quartieren möglichst weitgehend vor Ort nutzen. Dafür ist es erforderlich, die Energieversorgung von der Planung bis zum Betrieb ganzheitlich und sektorenübergreifend zu denken. Denn wenn der lokal erzeugte Strom auch für die erneuerbare Wärmeversorgung oder Mobilität genutzt wird, ergeben sich für Unternehmen ganz neue Möglichkeiten. Mieterstromangebote und weitere Dienstleistungen wie Ladestrom für Elektromobilität eröffnen ihnen weitere Ertragsquellen. Finanzielle Sanierungslasten entwickeln sich auf diese Weise zu Investments in attraktive Geschäftsmodelle. Die Erlöse dienen dabei der Refinanzierung, so dass viele Sanierungen auch ohne Förderung möglich sind. Immer wichtiger wird weiterhin der Aspekt, durch die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort die Abkopplung von steigenden Preisen und Versorgungsrisiken im Strom- und Gasmarkt zu erreichen. Ein Plus für Mieter und Vermieter, das auch den Wert einer Immobilie erheblich steigert.

Digitale Lösungen sind dabei der Schlüssel: Eine softwarebasierte Planung ermöglicht die schnelle und verlässliche Erstellung eines ganzheitlichen Energiekonzeptes für Liegenschaften und ganze Quartiere – einschließlich Business Case. Wenn ähnliche Gebäudetypen, wie z.B. Nachkriegsbauten der 1950/60er Jahre, die rund ein Drittel der vermieteten Mehrfamilienhäuser ausmachen, systematisch angegangen werden, sind Pilotkonzepte einfach im Portfolio übertragbar. Im Ergebnis können Unternehmen die Modernisierung deutlich schneller umsetzen und die Wirtschaftlichkeit von Investitionen steigern. Um die Komplexität der Modernisierungsaufgaben zu meistern, kann die Immobilienwirtschaft schon heute auf Angebote von Dienstleistern wie AMPEERS ENERGY zurückgreifen, die von der Planung bis zum optimierten Betrieb − inklusive der Abrechnungsprozesse − alle Leistungen aus Einer Hand anbieten. Worauf also warten?

Wie groß die Aufgabe der Immobilienwirtschaft ist und warum sie besser heute als morgen handeln muss, zeigt das 30-seitige Whitepaper von AMPEERS ENERGY. Interessierte Immobilienunternehmen erfahren in dem Leitfaden, wie Vorreiter der Branche eine profitable CO2-Minderung bereits umsetzen.

Hier geht es zum AMPEERS ENERGY Whitepaper.

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Julia Buchterkirchen, AMPEERS ENERGY GmbH j.buchterkirchen@ampeersenergy.de, +49 (0) 89-215 367 986

Immobilienwirtschaft muss mit deutlich verschärften Anforderungen rechnen

Klimaschutz Verschärfung in der EU

Immobilienwirtschaft muss mit deutlich verschärften Anforderungen rechnen

6 Min. Lesedauer

von Dr. Jörg Kruhl, CMO AMPEERS ENERGY 
Erschienen am 29.10.2021

Europäische und nationale Klimaziele sind inzwischen klar ausgerichtet auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die gesetzlichen Regelungen sind es bislang noch nicht. Ihnen fehlt noch die Ausrichtung auf konkrete Ziele. Das wird sich in der nächsten Zeit ändern. Denn nur mit verschärften Anforderungen kann der Gebäudesektor die angestrebten Ziele überhaupt erreichen.

In diesem Artikel zeigen wir die europäischen und nationalen gesetzlichen Regelungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Emissionen im Gebäudesektor auf. Wir zeigen welche Regelungen sich ändern, mit deren Hilfe die Klimaziele im Gebäudesektor erreicht werden sollen.

Alles geht von Europa aus

Von der Europäischen Union gibt es diverse Richtlinien im Energiebereich, die unter anderem die Energieeffizienz von Gebäuden und den Ausbau der erneuerbaren Energien regeln. Die Mitgliedsstaaten müssen diese Richtlinien in nationales Recht umsetzen.

Die größte Bedeutung hat die Gebäude-Energieeffizienz-Richtlinie, auf Englisch: Energy Performance of Buildings Directive (EPBD). Sie setzt den Rahmen für effiziente Gebäude und einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050. Aus dieser Richtlinie stammt die Grundlage für den Energieausweis, der Käufer:innen und Mieter:innen über Energieverbrauch und –kosten informiert. Auch die Anforderung an den Neubau von Gebäuden, die nahezu keine externen Energiequellen mehr benötigen (Nearly-Zero-Energy-Buildings) stammt aus dieser Richtlinie.

Ebenfalls relevant ist die Energieeffizienz-Richtlinie der EU, auf Englisch: Energy Efficiency Directive (EED). Sie regelt die erforderlichen Einsparungen im Energieverbrauch. Zu ihren Zielen gehört u. a. die Schaffung von Transparenz für Verbraucher:innen über ihren Energieverbrauch, damit sie ihr Verhalten entsprechend anpassen. Bewohner:innen von Mehrfamilienhäusern haben damit zukünftig den Anspruch auf regelmäßige Informationen über ihren Energieverbrauch.

Mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie, auf Englisch: Renewable Energy Directive (RED) setzt die EU den rechtlichen Rahmen zur Umsetzung verbindlicher Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der EU. Bisher ist eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch bis 2030 auf 32 Prozent geplant.

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Nationale Regelungen in Deutschland

Alle diese europäischen Regelungen müssen innerhalb fester Zeitvorgaben in der nationalen Gesetzgebung umgesetzt sein. Die deutschen Gesetze und Verordnungen verfolgen neben der Umsetzung der europäischen Vorgaben aber auch eigene Zielsetzungen, die teilweise darüber hinaus gehen. Denn national gibt es mittlerweile einen klaren Pfad zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors bis 2045. Alleine bis Ende 2030 müssen die Emissionen des Immobiliensektors von 118 Millionen Tonnen, Stand 2020, auf 67 Millionen Tonnen runter.

Die Anforderungen an die Energieeffizienz und den Einsatz von erneuerbaren Energien bei Gebäuden regelt in Deutschland das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es begrenzt vor allem den Energiebedarf von Neubauten, die Ansprüche haben sich jedoch seit 2016 nicht mehr verändert. Von Neubauten, deren Energiebedarf radikal reduziert wird, ist im GEG bisher noch keine Rede. Auch bei Bestandsgebäuden gibt es bislang noch keine Anforderungen an den Energiebedarf. Nur Heizungen müssen spätestens nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Das GEG reicht somit in der heutigen Form bei weitem nicht aus, um den Gebäudesektor auf Klimakurs zu bringen.

Ein wichtiges Element, das auch in der politischen Diskussion auf der Agenda ganz oben steht, ist das EEG. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG hat für einen deutlichen Schub beim Ausbau der erneuerbaren Energien gesorgt. Es trat noch vor der ersten europäischen Richtlinie in Kraft und regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien sowie die feste Einspeisevergütung für diesen Strom. Seit einigen Jahren enthält es spezielle Regelungen für Förderung und Nutzung von Solarstrom in Mehrfamilienhäusern. Auch für das EEG ist eine Änderung zu erwarten, die sicher im Zusammenhang mit den oben genannten ergänzenden Gesetzen zu entscheiden ist.

Bevorstehende Änderungen sind nötig für ambitionierte Klimaziele

Im Sommer 2021 hat die EU-Kommission schon angedeutet auf welchem anspruchsvollen Pfad sich die EU begeben wird,, als sie das Paket “Fit for 55” vorgestellt hat. Denn mit der Erhöhung des Klimaziels für 2030 auf 55 Prozent werden sämtliche Richtlinien überarbeitet. Sie erhalten eine klare Anpassung an das Ziel für 2030 und die Klimaneutralität 2050.

Infolgedessen wird es verschärfte Anforderungen an Gebäude geben. Dazu gehören zum Beispiel Mindestanforderungen an Bestandsgebäude, um Bewegung in den Sanierungsmarkt zu bringen. Dies ist nötig, um die heutige Sanierungsrate von rd. 1 % jährlich auf die nötigen 3 bis 4 % anzuheben.

Die EU wird einen eigenen Emissionshandel für die Sektoren Gebäude und Verkehr einrichten. Was das für das bereits geltende Brennstoffemissionshandelsgesetz bedeutet, ist noch unklar. Erneuerbare Energien sollen für die Energieversorgung von Gebäuden einen höheren Mindestanteil übernehmen.

Diese Änderungen auf der europäischen Ebene treffen in Deutschland also auf ein Gebäudeenergiegesetz, das keine zwei Jahre nach dem Inkrafttreten in 2022 dringend überarbeitet werden muss. Es wird notwendig sein Neubauten bereits beute auf einen klimaneutralen Gebäudebestand in 2045 auszurichten. Es wird auch notwendige Mindestanforderungen für den Energiebedarf von Bestandsgebäuden enthalten müssen, denn ohne den Bestand erreichen wir nicht die erforderlichen Fortschritte bei der Emissionsreduzierung im Gebäudesektor.

Ein weiterer politischer Diskussionspunkt ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), mit dem Wärme- und Verkehrssektor seit Januar 2021 in den Emissinsrechtehandel einbezogen werden. Bislang tragen ausschließlich die Mieter die Kosten für die CO2-Bepreisung nach dem (BEHG). Auch hier sind Änderungen wahrscheinlich, , denn um eine Lenkungswirkung für Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen zu erzielen wird diskutiert, dass Eigentümer in Zukunft je nach Sanierungsstand eines Gebäudes Teile dieser Kosten mit tragen sollen. Und hier sind beachtliche Beträge zu erwarten. Bis 2026 steht der Preiskorridor für Emissionen aus den Bereichen Gebäude und Verkehr fest. Für die Zeit danach werden marktwirtschaftlich gebildete Preis erwartet, die mit Blick auf die hohen Minderungsziele beachtlich steigen können. Experten gehen in einer Studie für das Bundesumweltministerium davon aus, dass der CO2-Preis 2030 bei 125 Euro und 2040 bei 275 Euro pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid liegen könnte.

Und schließlich werden neben den Anforderungen an den Verbrauch von Gebäuden auch Regelungen auf den Weg gebracht, die ein direktes Investment in Klimaschutzmaßnahmen erfordern: Anforderungen an die Installation und Nutzung von erneuerbaren Energien in Gebäuden. Der Mindestanteil von erneuerbaren Energien zur Deckung des Energiebedarfs, von bisher 15 %, wird sicher deutlich angehoben. Denn für klimaneutrale Gebäude brauchen wir viel mehr erneuerbare Energien in Gebäuden. Hinzu kommt eine bundesweite Diskussion über die Solarpflicht. Einige Bundesländer haben bereits den Anfang gemacht, in Baden-Württemberg gilt sie bereits ab Mai 2022 für neue Wohngebäude. Ab 2023 folgen Berlin und Hamburg. In praktisch allen Bundesländern sind Regelungen in Vorbereitung.

Mit all diesen zuvor genannten Änderungen kommt in der nächsten Zeit einiges auf Immobilienunternehmen zu. Diese Verschärfungen scheinen notwendig, um die hoch gesteckten Klimaziele zu erreichen und die Energiewende im Immobiliensektor deutlich zu beschleunigen. Für die Unternehmen muss es nun darum gehen, geeignete Strategien zu entwickeln, um die resultierenden Maßnahmen in möglichst profitablen Projekten umzusetzen.

Klimaziele setzen Immobilienwirtschaft unter Druck und bieten neue Chancen

Klimaziele setzen Immobilienwirtschaft unter Druck und bieten neue Chancen

Darum lohnt es sich für die Immobilienwirtschaft frühzeitig zu handeln.

8 Min. Lesedauer

Erschienen am 15.10.2021

Klimaziele waren lange Zeit abstrakt und weit weg. Doch konkrete Zahlen für die zulässigen Emissionen in 2030 und die angestrebte Klimaneutralität in 2045 rücken sie in greifbare Nähe. Durch neue Maßnahmen, wie die CO-Bepreisung im Gebäudesektor wächst der Handlungsdruck bei Immobilienunternehmen. Gleichzeitig bieten sich ihnen neue Geschäftsmodelle mit innovativen Technologien, die helfen dieses Problem zu lösen.   

In diesem Artikel zeigen wir die höheren Klimaziele im Gebäudesektor und wie sie den Druck erhöhen. Wir zeigen auch welche Chancen sich für Wohnungsunternehmen aus diesen neuen Anforderungen ergeben.  

Höhere Ziele für Klimaschutz im Gebäudesektor 

Im April 2021 hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass der bisherige Zielpfad zur Reduzierung der CO-Emissionen im Klimaschutzgesetz von 2019 nicht ausreichend ist, um die Interessen der künftigen Generationen zu schützen. Damit musste die Bundesregierung die Reduktionsziele anpassen und das Klimaschutzgesetz überarbeiten.  

Nun strebt Deutschland in der neuen Fassung die Klimaneutralität bereits im Jahr 2045 an. Auf dem Weg dahin sollen bis 2030 die Emissionen um 65 Prozent und bis 2040 um 88 Prozent reduziert werden, beides im Vergleich zu 1990.  

Für den Gebäudesektor, der als einziger Sektor das Ziel für 2020 nicht erreicht hat, ergibt sich daraus ein neuer Zielpfad mit der Reduzierung der CO-Emissionen auf 67 Millionen Tonnen im Jahr 2030. Ausgangspunkt sind die 120 Millionen Tonnen aus 2020, wovon 87 Millionen Tonnen auf Wohngebäude entfallen. Bis 2045 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral sein. 

Wirtschaftlicher Druck durch steigenden CO-Preis 

Beim verschärften Klimaziel wird es sicher nicht bleiben. Eine Reihe von Maßnahmen werden folgen, damit alle Sektoren ihren Beitrag zu diesem Ziel leisten. Zu diesen Instrumenten gehört der CO-Preis für Emissionen aus den Bereichen Gebäude und Verkehr – geregelt im Brennstoffemissionshandelsgesetz BEHG. Diese Bepreisung von CO-Emissionen wurde mit Beginn 2021 eingeführt, liegt derzeit bei 25 EUR je Tonne CO₂ und steigt bis 2025 schrittweise auf 55 EUR je Tonne CO2 an: 

Ab 2026 wird der Preis über Versteigerungen innerhalb eines festen Korridors ermittelt. Der Korridor liegt im ersten Jahr zwischen 55 und 65 EUR je Tonne CO. Da der aktuell geplante Preis noch vor der neuen Fassung des Klimaschutzgesetzes festgelegt wurde, ist zu erwarten, dass der Korridor nach oben korrigiert wird. Das Umweltbundesamt schätzt die Kosten des gesamten Schadens, der 2030 durch eine Tonne CO₂ verursacht wird auf 180 EUR. Andere Länder, wie zum Beispiel Schweden greifen bereits härter durch und veranschlagen 2021 schon einen Preis von 110 EUR je Tonne CO 

Diese Kosten müssen aktuell noch allein durch die Mieter getragen werden. Doch das wird nicht dauerhaft so bleiben, denn die Mieter haben nur einen begrenzten Einfluss auf die Anlagentechnik und somit auf die Emissionen der Gebäude. Sie können nur über die Raumtemperatur den Energieverbrauch beeinflussen. Es muss vielmehr damit gerechnet werden, dass die neue Bundesregierung eine Aufteilung der Kosten zwischen Mieter und Vermieter beschließen wird, um diejenigen die die Modernisierung beeinflussen können mit in die wirtschaftliche Pflicht zu nehmen.   

Eine bereits erzielte Einigung zur Teilung der Kosten kam in der Bundesregierung doch nicht zustande, da die Union dagegen stimmte, um Vermieter nicht zusätzlich zu belasten. 

Kosten für Sanierungen werden steigen

Im Segment Mietwohnen liegt die Sanierungsquote in Deutschland derzeit bei 1 %, müsste aber bei mind. 4 % liegen, um alle 3,2 Mio. Mehrfamilienhäuser bis 2045 sanieren zu können und die Klimaziele zu erreichen. 

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Wer heute Sanierungsmaßnahmen startet, mit dem Blick auf die angestrebte Klimaneutralität, hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen reduzieren sich die künftigen CO-Kompensationskosten. Zum anderen muss man sich keine Gedanken über den steilen Kostenanstieg für die Sanierungsmaßnahmen machen.   

Wenn die Entwicklung mit der derzeit niedrigen Sanierungsquote weiter anhält, besteht die Gefahr, dass in wenigen Jahren viele Unternehmen gleichzeitig mit der Erhöhung ihrer Sanierungsquote beginnen. Schon heute gibt es bei vielen Baumaterialien Lieferengpässe, bei steigender Nachfrage kann sich das Problem vergrößern. Hinzu kommt ein großer Fachkräftemangel im Handwerk. 

Immobilienunternehmen müssen mit steigenden Kosten rechnen, sowohl durch die CO-Bepreisung als auch für zukünftige Sanierungen. Je länger sie warten, umso mehr steigen die Kosten. 

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Chancen ergreifen und neue Möglichkeiten nutzen

Der politische und wirtschaftliche Druck auf die Immobilienwirtschaft wächst. Doch es muss viel investiert werden und in der Vergangenheit haben Sanierungen oft nicht den gewünschten Erfolg gebracht.  

Die Immobilienwirtschaft hat dafür heute zahlreiche Chancen. Neue Geschäftsmodelle auf Basis erneuerbarer Energien können dazu beitragen, dass die Sanierungen ein wirtschaftlicher Erfolg werden.  

Die Digitalisierung ermöglicht in diesem Zusammenhang den Energieverbrauch von Wohngebäuden zu erfassen und zu optimieren. Sie bietet auch eine hilfreiche Unterstützung zur optimalen Abstimmung einer lokalen Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien auf den Energiebedarf für Strom, Wärme und Mobilität. 

Mieterstrom bietet die Möglichkeit der Stromvermarktung an die eigenen Mieter, sodass eine höhere Vergütung als im Fall einer Volleinspeisung erzielt werden kann.   

Zudem kann der Strom aus lokalen Photovoltaikanlagen für Wärmepumpen in der Wärmeversorgung genutzt werden. Die Wärme lässt sich, falls notwendig, im Baukörper oder in einem Pufferspeicher zwischenspeichern.  

Die Einrichtung von Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge ermöglicht es ebenfalls zusätzliche Umsätze zu erwirtschaften. Mit zunehmender Verbreitung von Elektroautos wird dieses Angebot wichtiger und für die Betreiber gewinnt es wirtschaftlich an Bedeutung.   

Solche neuen Betriebsmodelle sind für die Immobilienwirtschaft mittlerweile möglich. Denn mit einer Neuregelung im Gewerbesteuergesetz dürfen sie jetzt Einnahmen aus dem Verkauf von Strom aus erneuerbaren Energien oder aus dem Betrieb von Ladestationen erzielen. Sofern diese Einnahmen die Grenze von 10 % der Miet- und Pachteinnahmen nicht übersteigen, bleibt das Gewerbesteuerprivileg bestehen.  

 

Jetzt aktiv werden lohnt sich für die Immobilienwirtschaft

Die Immobilienwirtschaft hat schon heute viele Chancen, Sanierungen zum Erfolg zu führen und den Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand zu bestreiten. Sie muss jetzt aktiv werden und nicht erst abwarten was passiert. Sonst wird es teurer, der CO-Preis für fossile Brennstoffe und die Sanierungskosten werden ansteigen. Neue Geschäftsmodelle auf der Basis erneuerbarer Energien bieten bereits heute Chancen für attraktive Renditen. 

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