Neue Geschäftsmodelle machen Klimaschutz für Immobilienunternehmen attraktiv

6 Min. Lesedauer

von Dr. Jörg Kruhl, CMO AMPEERS ENERGY 
Erschienen am 06.12.2021

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Jetzt ist es an der Zeit für Immobilienunternehmen zu handeln, um auf den Zielpfad Klimaneutralität 2045 zu gelangen. Das haben Sie sicher auch wie viele andere Unternehmen erkannt und planen, die CO2-Emissionen ihrer Liegenschaften zu reduzieren.

Doch die niedrige Sanierungsrate bei den Mehrfamilienhäusern von 1 % spiegelt den Tatendrang keineswegs wider. Wie kommt es also, dass sich zahlreiche Wohnungsunternehmen in ihren Sanierungsmaßnahmen nach wie vor zurückhalten?

Die meisten haben Bedenken, dass die Methoden, die sie anwenden, unwirtschaftlich sind. Nicht ganz unberechtigt: Fassadendämmung kann, als Beispiel, eine Amortisationszeit von mehr als 20 Jahren aufweisen.

Immobilienunternehmen investieren oft große Beträge in die Sanierung, die sich später aber nicht auszahlen. Anreize für eine attraktive Modernisierung ihres Gebäudebestandes scheinen zu fehlen. Viele Unternehmen fragen sich daher, wie sie notwendige Investitionen so umsetzen können, dass sich eine tragfähige Rendite einstellt.

Dabei ist der wirtschaftliche Rahmen, in dem sie sich bewegen können, viel breiter als nur der Blick auf die Investitionen in Dämmung und neue Heizungsanlagen.

Vorsicht vor kommenden Kostensteigerungen

Auf der einen Seite ist davon auszugehen, dass Vermieter an den Kosten aus der Bepreisung von CO2-Emissionen beteiligt werden. Bis 2026 werden die CO2-Preise auf 55 bis 65 Euro je Tonne ansteigen und langfristig muss gar mit deutlich höheren CO2-Preisen gerechnet werden. Die CO2-Emissionen werden damit zu einem relevanten Kostenfaktor, der voraussichtlich erheblich ansteigt. Entsprechend wächst der Handlungsdruck.

Immobilienunternehmen müssen auf der anderen Seite von Lieferengpässen für das Material und fehlendem Fachpersonal ausgehen. So kommt es, aufgrund der weltweit hohen Nachfrage, beispielsweise bei Photovoltaikmodulen zu längeren Lieferzeiten und zu steigenden Preisen. Die Situation kann sich noch weiter verschärfen, je mehr Unternehmen sanieren.

Für Immobilienunternehmen bedeutet dies, dass sowohl die Kosten für Ihre CO2-Emissionen steigen als auch die Preise für energetische Sanierungen. Im Vorteil sind also die Unternehmen, die heute mit der Umsetzung starten und die Emissionen in ihrem Bestand frühzeitig reduzieren.

Klimaschutz als Geschäftsmodell, nicht als Kostenfaktor begreifen

Wenn CO2-Emissionen Ihre Kosten zusätzlich in die Höhe treiben, lohnt es sich langfristig die Frage zu stellen, nicht nur wann, sondern wie saniert werden kann. Wie können Klimaschutzmaßnahmen wirtschaftlich sein?

Die Antwort ist die Integrierte Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien für die Strom-, Wärmeversorgung und MobilitätBereits ab einem CO2-Preis von 25 EUR/t liegt dieser Ansatz wirtschaftlich im Vorteil, im Vergleich zur einzelnen Betrachtung der Verbrauchssektoren.

Für die Immobilienwirtschaft wird diese ganzheitliche Betrachtungsweise der Energieerzeugung und -nutzung zu einem neuen Geschäftsfeld. Sie kann Erträge auf mehreren Wegen erwirtschaften: Ob sie Strom an die Mieter verkaufen (Mieterstrom), Strom ins Netz einspeisen und Erlöse erzielen, oder günstigen Strom für die Wärmepumpe und für Ladesäulen nutzen. Hinzu kommen Einsparungen oder Erlöse durch ein intelligentes Energiemanagement, die dem Versorger der Liegenschaft zugutekommen.

So wird die Energieversorgung ihrer Liegenschaften zu einem neuen, rentablen Geschäftsfeld. Immobilienunternehmen übernehmen die vollständige Energieversorgung der Gebäude, von der Erzeugung, über die Beschaffung von Reststrommengen, bis zur Vermarktung von Strom, Wärme und Mobilität. Damit werden die Investitionen in die Sanierung oder die intelligente Steuerung im Neubau zum Business Case.

Mit dieser neuen Rolle profitieren Vermieter als Investor von ihren Maßnahmen zur CO2-Minderung und das bisher hemmende Mieter-Investoren-Dilemma löst sich auf.

 

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